Muzeum Szczecin w PRL
Über das Museum
Sozialgeschichte und Alltagskultur Stettins in den Jahren 1952–1989
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Museumsgeschichte
Die Erzählung der Ausstellung handelt von der Sozialgeschichte und der Alltagskultur der Volksrepublik Polen (1952–1989). Beim Wort „PRL" zucken viele zusammen. Man könnte ein Ersatzwort verwenden wie „Nachkriegsgeschichte", „sozialistischer Staat" oder „Stettiner Umbrüche" – doch es ist dieselbe Zeit, mit ihren Schrecken und ihren Freuden.
Das Nachkriegs-Stettin war der Wilde Westen, eine Stadt, deren Verbleib im „Mutterland" ungewiss war. Die Unverletzlichkeit der Grenzen erklärte Nikita Chruschtschow im Juli 1959 in Stettin. Die Hafenstadt war unbeugsam; ihre Bewohnerinnen und Bewohner zeigten der kommunistischen Macht die geballte Faust. Zugleich gab es Filme im Panorama-Kino Kosmos, Big Beat auf der Bühne des Festivals Junger Talente, Jubiläumsessen im Kaskada, Paprykarz auf dem Zeltplatz, Odra-Jeans, eine Wiskord-Kassette im Tonbandgerät.
Das Museum Szczecin w PRL ist das eigenständige, konzeptuelle Werk von Justyna Machnik. Es begann mit einer eigenen Stadtführungsroute (04/2018) „Stettin auf dem PRL-Pfad". Eine einzimmerige Ausstellung (05/2019–11/2020) ergänzte die Touren als Bonus und war kostenlos ausschließlich den Teilnehmern der Spaziergänge zugänglich. Es folgten der Umzug in größere Räumlichkeiten, organisatorische Mühen und über ein Jahr Aufbauarbeit. Das Museum öffnete im März 2022.
Das Museum wurde mehrfach in journalistischen Beiträgen erwähnt – lokale Medien, TVN, Onet. Es ist preisgekrönt (u. a. Preisträger der Marke „Zrobione w Szczecinie") und wurde in den englischsprachigen Reiseführer „About Polska" des polnischen Außenministeriums (Ausgabe 2025) aufgenommen. Am wichtigsten ist jedoch, dass es von den Besucherinnen und Besuchern geschätzt wird.
PRL-Stadtrundgang
Museumseröffnung
Ich glaube, dass ein Besuch in meinem Museum die kulturellen Kompetenzen der Besucherinnen und Besucher stärkt. Ich versuche, das Stereotyp zu durchbrechen, wonach Ausstellungen über die PRL nur für anspruchslose Publikumsschichten gemacht seien und ausschließlich auf (Re)sentiment setzten. Eine Ausstellung betrachtet man nicht schweigend – schließlich ist auch das kollektive Gedächtnis ein Artefakt.
Von Donnerstag bis Freitag arbeite ich in einer lokalen IT-Firma, freitags öffne ich das Museum ausschließlich für angemeldete Gruppen und an den Wochenenden für Einzelbesucher.
Nach einigen Jahren des Betriebs weiß ich, dass dieses Projekt großartig weiterentwickelt werden sollte. Das Museum sollte in andere, größere Räumlichkeiten ziehen – mit einem verbesserten Konzept und weiteren Ausstellungslösungen. Unter Wahrung der Ehrfurcht vor der Wahrhaftigkeit des Originalobjekts würde ich interaktive, multimediale Ideen hinzufügen. Deshalb bin ich bereit zur Zusammenarbeit – zu Gesprächen mit Ämtern, Institutionen und der Geschäftswelt. Ein Museum, das bildet und unterhält, das Generationen und die Stettiner Gemeinschaft zusammenbringt, ein Treffpunkt, der Geschichte popularisiert und ikonische Stettiner Orte, Produkte und Bewohner präsentiert – das ist weit mehr als ein touristisches Produkt.
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Über die Autorin

Justyna Machnik
Gründerin · Stadtführerin
Gebürtige Stettinerin, lizenzierte Stadtführerin, Organisatorin städtischer Veranstaltungen, Autorin eigener Projekte (Mietshäuser, altes Handwerk, Pförtnerlogen / Sicherheitsposten), Journalistin beim Polnischen Radio Szczecin und Szczecin FM (Mitarbeiterin 2007–2012), Autorin von Artikeln über Stettiner Besonderheiten. Werktags arbeitet sie in einer lokalen IT-Firma und unterstützt den Vertriebsprozess von IT-Systemen, darüber hinaus leitet sie das Museum Szczecin w PRL. In Stettin liebt sie Platanen, Granitpflastersteine, Mosaike, Mietshäuser und die Hinterhöfe der Stadt.
Sie ging in Schuluniform mit Schulabzeichen am Ärmel zur Schule, spielte auf dem Hof Gummiband-Spiele und machte „niebka" („widoczki"), und schlief nach dem Abendprogramm auf einem Klappsofa – also ein Kind der PRL.
Das Museum Szczecin w PRL ist eine Erweiterung ihrer Erzählung über Stettin – und jedes Objekt in der Ausstellung ist eine Botschaft aus jenen Jahren und ein offensichtlicher Gedächtnisträger.
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Wichtige Informationen
- 1Eine Ausstellung über den Alltag in der Zeit der Volksrepublik Polen.
- 2Thematische Bereiche: Stettin (Orte, Betriebe, Kultur, Musik, Geschmäcker, Kleinigkeiten), Zeitreise, Wohnen, Schrebergarten, Kindheit, Büro eines Parteifunktionärs, Handel, Handwerk, Sport und Freizeit.
- 3Eine Schau der Typografie, der Muster und des Designs – eine Begegnung mit dem Phänomen der Kulthaftigkeit und Nostalgie.
- 4Beschreibungen in drei Sprachen: Polnisch, Englisch und Deutsch.
- 5Kinder erhalten beim Besuch mit ihren Eltern ein Arbeitsblatt – eine Reihe von Rätseln, abgestimmt auf den Rundgang sowie auf die thematischen und szenografischen Sequenzen.
- 6Aktivierende Museumsstunden für Grund-, Mittelschulen und Universitäten.
- 7Gruppenbesuche zu ungewöhnlichen Zeiten möglich, z. B. abends an einem Werktag.
- 8Öffnungstage: unregelmäßig – in der Regel samstags und sonntags von 12:00–15:00 Uhr für Einzelbesucher und freitags für Gruppen nach Voranmeldung zu einer festgelegten Zeit zwischen 09:00–15:00 Uhr. Bitte prüfen Sie vor Ihrem Besuch Facebook für aktuelle Informationen.